Geschichte

Beginnen möchten wir die Geschichte der Irreler Feuerwehr mit einem längeren Abschnitt aus der "Kleinen Brand- und Feuerwehrchronik"

von Zahnarzt Josef Pütz, dem wir an dieser Stelle danken möchten. „Wenn wir uns das Schicksal unseres Heimatortes während der letzten hundert Jahre vor Augen halten, dann stehen im Vordergrund zwei Katastrophen, die unvergesslich blieben. Der erste dieser unheilvollen Schicksalsschläge war der verheerende Großbrand im Jahre 1896, von dem wir aus Überlieferungen und Erzählungen unserer Eltern und Großeltern Kenntnis erhalten haben; mit der zweiten Katastrophe meinen wir die restlose Zerstörung des Ortes während der Rundstedoffensive 1945.  Um das Unheil des Dorfbrandes vor 126 Jahren in seiner ganzen Auswirkung recht ermessen zu können, ist es notwendig, dass wir uns ein Bild der damaligen Verhältnisse in Irrel vorzeichnen."

Wie wir der „Eiflia illustrata", einer Beschreibung sämtlicher Eifelgemeinden entnehmen können, betrug die Einwohnerzahl der Bürgermeisterei Irrel, die den Ort Irrel, die Irrelermühle und das „Neuhaus“ in der Einigt umfasste, um die Mitte des vorigen Jahrhunderts 712 Seelen mit zusammen 108 Wohnhäusern. Bis zum Jahre 1869 hatten sich diese Zahlen nur unwesentlich verändert. Das bebauungsfähige Land war zu Großteil in den Händen von einem knappen Dutzend mehr oder weniger wohlhabenden Bauern. Ihre Vorfahren hatten die ehemaligen Klostergüter der beiden Echternacher Klöster während der Säkularisation für billiges Geld erworben. Das minderwertige und schlecht zu beackernde Land war unter dem restlichen Bevölkerungsteil aufgeteilt. Mit welcher Mühseligkeit die mageren Hänge bearbeitet werden mussten, davon zeugen noch heute die Terrassen in der "Wasserhecken", "hinter Theren" und anderswo. So waren die meisten Ernährer gezwungen, überwiegend als Arbeiter oder Handwerker ihr Brot auswärts zu verdienen. Irrel war zu dieser Zeit ein Dorf der Leineweber und Maurer. Sie fanden Arbeit bei den wohlhabenden Bauern im Nimstal und wanderten mit ihrem Handwerkszeug zu Beginn der Woche bis hinüber ins Kylltal. Die ungelernten Arbeiter fanden Beschäftigung als Tagelöhner und Knechte hauptsächlich in Echternach und der näheren Umgebung. Die Versorgung von Haus, Hof und Vieh oblag somit in den allermeisten Fällen den Frauen. Diese waren aber an jenem verhängnisvollen "Maiabend" wie man den letzten Tag des Monats April zu nennen pflegte, hin ausgezogen mit ihren Rückentragkörben, den sogenannten "Hotten", um junges Grünfutter für das magere Vieh zu schneiden. Besonders die jungen Triebe des Heidekrautes kamen hierfür in Frage. Heute können wir uns kaum noch vorstellen, dass unsere Urgroßmütter bis zur Dockendorfer Heide liefen, um ihre Hotten zu füllen. Wir dürfen also den Überlieferungen Glauben schenken, die davon erzählen, dass zur Zeit, als der Brand ausbrach, in den Vormittagsstunden des 30. April fast nur Kinder und alte Leute im Dorf zurückgeblieben waren, unfähig die Katastrophe in ihren Anfängen abzuwenden. Das Feuer entzündetet sich im Haus Weber (Mechels). Es war das letzte haus im Oberdorf an der Südseite der Dorfstraße. Hartnäckig hielt sich die Behauptung, dass die Hauskatze, an den aus dem Backofen herausgeschürten Holzkohlen ein warmes Plätzchen suchend, plötzlich Feuer gefangen und brennend in die Scheune ins Heu gesprungen sein soll. Ein kräftiger Südostwind fachte das Feuer mächtig an, das reiche Nahrung an den Strohdächern fand und in kürzester Frist das ganze Dorf in helle Flammen versetzte. An eine wirksame Brandbekämpfung war nicht zu denken. Man beschränkte sich darauf, das Vieh in den Ställen loszubinden und fortzutreiben. So nahm das Unheil seinen Lauf. Verschont blieben nur einige freistehende Häuser an der Nordseite der Straße und die ebenfalls frei stehende Pfarrkirche an der Südseite. Die Katastrophe war vollkommen. Armut und Not zogen ins Dorf ein. Eine große Hilfsaktion, die hauptsächlich von Echternach aus gestartet wurde, aber auch in den Nachbarorten bald in Gang kam, konnte die erste Not lindern. In der enthaltenen Pfarrkirche häuften sich die Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, die an die am meisten Betroffenen verteilt wurden.

Die große Brandkatastrophe ließ in der Irreler Bevölkerung den Entschluss reifen, etwas Entscheidendes für die Brandbekämpfung zu tun. Mit Hilfe staatlicher Unterstützung kam es bald zur Anschaffung einer Handspritze und weiteren Geräts, wie Leitern Äxten, Ledereimern und dergleichen mehr. Zum ersten Einsatz kamen diese Geräte 1892 beim Brand des Anwesens Wagner (Schiffer), als Scheune und Stallungen abbrannten. Die Brandbekämpfung war noch unorganisiert. jeder Bürger half nach Kräften. Bei einer solchen unkontrollierten Hilfe bestand die Gefahr, dass manches verdorben wird, was gerettet werden könnte. So entstanden bald Bestrebungen zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr, die fachmännisch ausgebildet werden sollte. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht ausgeführt, weil der damalige Ortspfarrer, ein Gegner jeglicher Vereinsmeisterei, in der Zusammenfassung der Erwachsenen Jugend eine Gefahr für die Dorfmoral erblickte.

So trat auch beim Brand der Irreler Mühle am 26. September 1911 nur eine ungeordnete Hilfsmannschaft an, nicht schlagkräftig genug, das Feuer in seinen Anfängen zu unterdrücken, so dass der Schaden sehr beträchtlich war. Erst nach Beendigung des ersten Weltkrieges im Jahre 1918 griff man dann das alte Vorhaben zu Gründung einer freiwilligen Feuerwehr wieder auf. Unter der straffen Führung des Maurermeister Bernhard Kölsch stellten sich 46 junge Männer freiwillig zu Verfügung, in Zukunft eine organisierte Bekämpfung des "roten Hahnes" in die Hand zu nehmen.

Es war die Geburtsstunde der "Freiwilligen Feuerwehr Irrel". Die erste Bewährungsprobe legte diese Wehr im Januar 1921 ab, das Anwesen Hardt durch Feuer in Gefahr geriet. Durch das schnelle Eingreifen der "Freiwilligen Feuerwehr" blieb der Brand auf einen engen Herd beschränkt. Auch im Jahr 1924, als durch Kurzschluss die Scheue von Nikolaus Schneider in der Büchelstraße Feuer fing, war die Wehr in kürzester Zeit zur Stelle und konnte das angrenzende Wohnhaus retten. Bei einem Brand der Schreinerei Jak. Schilz im September 1926 wurde die Irreler Feuerwehr erneut hart auf die Probe gestellt. Die großen Holzvorräte lieferten dem Feuer reichlich Nahrung, und so war es besonders schwierig, das Feuer zu meistern. Im Frühjahr des darauffolgenden Jahres 1927 wurde die Irreler Bevölkerung abermals durch Hornsignale aufgeschreckt, als das Haus von Emil Mack ein raub der Flammen wurde. Auch hier bewährte sich unsere Wehr großartig. 

Die Wehrführung lag immer noch in den Händen von Bernhard Kölsch. Im Laufe der Jahre aber trat der stellvertretende Wehrführer Heinrich Bauer immer mehr in der Vordergrund. Im Jahre 1935 übernahm dann Nikolaus Wagner die Führung der Wehr, während Matthias Baden als Stellvertreter fungierte. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1940 wurde abermals ein Wechsel in der Wehrführung notwendig. Johann Schuster wurde Wehrführer, während Philipp Krippes die Stellvertretung übernahm.

Die letzten Monate des zweiten Weltkrieges brachen Irrel die zweite Katastrophe innerhalb von hundert Jahren, durch die das ganze Dorf zerstört wurde. Diesmal waren es Bomben und Granaten, die alles in Schutt und Asche legten. Es gab kaum ein Haus, das nicht vollkommen zerstört oder aber schwer beschädigt war. trotzdem war nur ein nennenswerter Brand zu verzeichnen und zwar 1945 in der Schreinerei Streit, wo eine Phosphorgranate das Holzlager in Flammen setzte. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges, noch unter der Führung von Schuster- Krippes, erlebte die Feuerwehr einen gewissen Höhepunkt. Durch die Anschaffung einer Motorspritze und den Bau eines Feuerwehrgerätehauses im Jahre 1950 erhielt die Wehr neuen Aufschwung, der sich besonders durch die Hohe Mitgliederzahl bemerkbar machte. Nach Höhepunkten folgten meist Krisenzeiten, auch im Vereinsleben. So war es um die Mitte der fünfziger Jahre, bis Peter Klein als Wehrführer das Heft in die Hand nahm. Seit 1955 befehligte er die Freiwillige Feuerwehr Irrel mit seinem Stellvertreter Matthias Dichter. Durch die Anschaffung eines VW- Feuerwehrwagens im Jahre 1958 mit leistungsstarker Motorspritze kann auch eine hohe Mitgliederzahl verzichtet werden. Das zeigte sich bei den Einsätzen in Irrel im Lager der Möbelhandlung Lunkes im Jahre 1966 und beim Brand der Scheune von Peter Ziwes 1967.

Ab dem 01.03.1964 lag die Führung der Feuerwehr Irrel in den Händen von Alois Fischbach, der durch seine kameradschaftliche Art und sein technisches Verständnis bei seinen Feuerwehrmitgliedern überzeugen konnte. Er war es auch, der am 10.03.1974 offiziell die erste Jugendfeuerwehr im Kreis Bitburg- Prüm gründete. Die Betreuung der Jugendlichen übernahm der damalige Jugendwart Günter Hartmann. Die Entscheidung, eine Jugendfeuerwehr zu gründen, was den Nachwuchs betrift,hat sich als richtige erwiesen. In den 70er Jahren wurde mit Unterstützung des damaligen Kreisfeuerwehrinspekteurs Bert Schier und des Wehrleiters Rudolf Faber, die ersten Schritte zum Ausbau als Stützpunktfeuerwehr unternommen. Besonders gefordert wurde die Wehr bei der Brandserie 1970/71. Durch einen vorbildlichen und schnellen Einsatz bei den Bränden der Anwesen Johann Geisen in der Hauptstraße und in der Ringstraße bei Johann Kläs, Albert Olk und Klaus Geisen konnten die Wohnhäuser vor dem übergreifen der Flammen geschützt werden. Während dieser Einsätze hat sich das Tanklöschfahrzeug, das 1969 als Gebrauchtfahrzeug in den Dienst gestellt wurde, hervorragend bewährt. Dank der guten Betreuung durch Maschinist Jakob Maes versah das Fahrzeug noch bis 1977 seinen Dienst. Als der Blitz nachts in der Diskothek im Anwesen Richard Koch einschlug, war die Irreler Wehr zur Stelle und konnte das Ausbreiten des Feuers und damit größeren Schaden verhindern. Ende 1977 wurde Günter Hartmann zum Wehrführer ernannt. Da er in der Verbandsgemeindeverwaltung als Feuerwerhsachbearbeiter tätig war, hatte er optimale Voraussetzung zum Führen der Wehr. Als Stellvertreter unterstützten ihn während seiner Amtszeit Hartmut Britzen, Hans Lenz und Ernst Zender.

1990 wurde Ernst Zender von Brandmeister Alfred Geisen als Wehrführerstellvertreter abgelöst, der aufgrund seiner Ausbildung die Fort- und Weiterbildung leitete. Am 16.09.1994 übernahm Alfred Geisen von Günter Hartmann das Amt des Wehrführers. Die Stellvertretung wurde am gleichen Tag in die Hände von Joachim Ziwes gelegt.